Das kleine Klima-Lexikon - A

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Agrarwende.

Der Begriff "Agrarwende" ist ein politisches Schlagwort, das in Deutschland schon seit Beginn des Jahrtausends für viele Diskussionen sorgt. Gemeint ist mit "Argarwende" vor allem eine Wende oder Ökologisierung der Agrarpolitik auf deutscher, aber auch auf EU-Ebene. Und zunehmend gibt es lokale Initiativen, die zur Agrarwende "von unten" beitragen.

Warum ist Agrarwende nötig?

Böden leiden unter Monokulturen und Überdüngung, Insekten leiden unter Pestiziden, unser Ökosystem ist in Gefahr: die Intensivierung der Landwirtschaft und Tierhaltung hat langfristige Folgen. Der Begriff "Fleischproduktion" allein spiegelt sehr gut wider, dass die Bedeutung von lebendigen Tieren und dynamischen Ökosystemen in der Nahrungsmittelerzeugung in den Hintergrund gerät und um dem Konsum der Weltbevölkerung gerecht zu werden, lieber auf Automatisierung und Effizienzsteigerung gesetzt wird.

Wie kann Agrarwende aussehen?

Ein Umdenken der Politik ist wichtig: allein 40% des EU-Haushaltes fließen in die Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Damit hat die EU eine gewaltige Steuerungskraft, die sie durch gezielte Vorgaben und Subventionen ausüben kann.

Aber auch lokale Initiativen haben entscheidenden Einfluss: denn lokal und regional zu denken, ist der wichtigste Faktor der Agrarwende. Landwirtschaft im kleinen, dezentralen und örtlich angepassten Rahmen ist für die Umwelt und für die Menschen, die die Lebensmittel konsumieren möchten, am besten.

An vielen Orten in Deutschland gründen sich Ernährungräte, Erzeugergemeinschaften, Selbsternteprojekte und landwirtschaftliche Investitionsgenossenschaften. Gärtner mitten in der Stadt oder solidarische Formen der Landwirtschaft (Solawi) kann fast jeder bei sich in der Nähe finden.