Steine für den Meeresschutz

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Am 8.September 2011 informierte Greenpeace Flensburg auf dem Südermarkt über die aktuelle Meeresschutz-Kampagne. Die Greenpeacer präsentierten den Besuchern einen großen Felsbrocken. Ähnliche Naursteine hatten Greenpeace-Aktivisten zuletzt Anfang August im Sylter Außenriff versenkt, um dort ein Meeresgebiet effektiv gegen zerstörerische Grundschleppnetz-Fischerei zu schützen.

Seit 2008 wurden insgesamt weit über 300 Steine versenkt. Monitoringberichte zeigen bereits die ersten Erfolge. Seenelken, Seesterne, Muscheln, Moostiere, Krebse und zahlreiche Fischarten haben die Findlinge zu ihrer Heimat erkoren. Meeresschützer konnten vor Ort auf dem Naturstein unterschreiben, um sich für die Einrichtung von Schutzgebieten stark zu machen.

Das 5300 Quadratkilometer große "Sylter Außenriff" ist eines von zehn NATURA 2000-Meeresschutzgebieten, die Deutschland an die Europäische Union gemeldet hat. Trotzdem liegen für keines dieser Gebiete bisher ausreichende Schutzmaßnahmen vor. Im Sylter Außenriff wird weiterhin Sand und Kies abgebaut. Fischereiflotten durchpflügen mit Grundschleppnetzen den Meeresboden des artenreichen Steinriffs. Zusätzlich gefährdet die Stellnetzfischerei das Überleben der Schweinswale. Für die einzige heimische Walart ist das Sylter Außenriff ein lebenswichtiges Aufzucht- und Rückzugsgebiet.

Die vom Bundesministerium geplanten Maßnahmen würden die Stellnetze in den NATURA 2000-Schutzgebieten weiterhin erlauben. In den Netzen verheddern sich in großer Zahl Schweinswale, die dann qualvoll ertrinken. Akustische Scheuchvorrichtungen, die sogenannten Pinger, sollen sie von den Netzen fernhalten. Das Signal verjagt die Tiere jedoch aus den eigens für sie eingerichteten Schutzgebieten. Greenpeace fordert von Ministerin Ilse Aigner (CSU) den Ausschluss der Fischerei aus den NATURA 2000-Schutzgebieten.

Die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik soll bis Ende 2012 reformiert werden. Greenpeace fordert den Abbau der Überkapazitäten in der Fischfangflotte, wissenschaftsbasierte Fangquoten und die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete, in denen keine Fischerei stattfindet. Nur so können sich die massiv überfischten Bestände erholen und ein Überleben des Fischereisektors kann langfristig gewährleistet werden.

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